2008 April | TIMM

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Monatsarchiv für April 2008

Alles rund um TIMM

Ein guter Hahn wird selten fett?

Link: sevenload.com

Wer sagt’s denn!? Nach dem verregneten Dauergrau der letzten Wochen lässt sich endlich auch bei uns die Sonne blicken. Also nichts wie ab in den Keller mit den dicken Winterklamotten - Freiheit für die T-Shirts. Und dann ab ins nächste Straßencafé: Einen Latte Macchiato bestellen, zurücklehnen … und den Anblick genießen. Was wir sonst nur in Magazinen oder auf Werbeplakaten zu sehen bekommen, flaniert endlich wieder durch unsere Straßen: gutaussehende Kerle in knackigen, körperbetonten Outfits. Ach, der Sommer hat schon was. ;-)

Ich hör’ die Ersten wieder sagen “Gott, ist der oberflächlich” oder - auch gerne genommen - “Es kommt doch auf die inneren Werte an”. Kommt’s auch, ganz ohne Frage, aber ich find’s halt netter, wenn die dann auch hübsch verpackt sind. Klar kann nicht jeder aussehen wie ein Filetstückchen, aber wer sich überwiegend am Schnellimbiss versorgt, der sieht halt auch irgendwann aus wie ‘ne Currywurst - und das ist eben nicht meins. Opa sagte mal: “Ein guter Hahn wird selten fett”. Recht hat er.

Doch da ja bekanntlich alles Geschmacksache ist, wollten wir von euch wissen: So … oder eben … aber seht selbst.

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Schwule und Lesben lesen mehr Blogs

Ein Marktforschungsinstitut hat homo- und heterosexuelle Internetnutzer in den USA zu ihren Aktivitäten im Netz befragt. Die Studie beschäftigt sich u.a. mit den Lesegewohnheiten bezüglich Blogs, der Nutzung von Instant Messengern/Social Networks und der Akzeptanz von Werbung in Blogs.

Im Klartext: 51 Prozent der Homos lesen Blogs, bei den Heteros sind es nur 36 Prozent. Schwule und Lesben haben außerdem bei der Nutzung von Messaging, Social Networks und Datingplattformen die Nase vorn.

Diese Zahlen kommen aus den USA. Bleibt die Frage, wie das in Deutschland ist … Lest ihr noch andere Blogs? Wie verbringt ihr ansonsten eure Online-Zeit?

(via The Gay Dissenter)

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Neue Wortschöpfung: Smeg

Die Metrosexuellen kennen wir ja schon. Aber wie nennt man einen heterosexuellen Mann, der Schwule um ihren Lebensstil beneidet? Ganz einfach: Smeg!

Die Wortschöpfung steht für “Straight men who envy gays” und stammt aus einem britischen Männermagazin. Der Begriff ist jedoch kräftig mit Klischees beladen, was welt.de hinter der Überschrift “Schwule Männer haben’s besser” versteckt.

(via sav|LOG)

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Buntes Treiben beim CSD oder Abstand von Szene-Events?

Wir hatten das Thema schon mal in “Großstadtkerle vs. Landeier” angeschnitten. Jetzt ist die CSD-Saison 2008 am Start und damit ein Sommer voller schwul-lesbischer Partys. Aber die Geschmäcke sind bekanntlich verschieden …

Wie steht ihr dazu? Interessiert ihr euch für solche Events oder haltet ihr Abstand von der Szene?

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TIMM trifft auf Kardinal Lehmann

Link: sevenload.com

Letzten Donnerstag im Atrium der Deutschen Bank in Berlin: Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes hatte geladen … und viele kamen: Neben Vertretern aus Wirtschaft (wie z.B. Telekom-Chef René Obermann) und Politik (Volker Beck) auch Karl Kardinal Lehmann. Dass ausgerechnet er als einer der führenden Vertreter der katholischen Kirche sich im Zusammenhang mit Antidiskriminierung äußert, hatte nicht nur beim LSVD schon vorab für heftige Diskussionen gesorgt. Schließlich gelte bei der katholischen Kirche, so der Sprecher des LSVD, Manfred Bruns,

“dass alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu entlassen sind, wenn sie eine Eingetragene Lebenspartnerschaft eingehen, und zwar auch dann, wenn sie der katholischen Kirche nicht angehören.”

Und genau darauf sprach Manfred Bruns den Kardinal in der offenen Fragerunde an. Doch von Offenheit keine Spur: Kardinal Lehmann gab sich äußerst zugeknöpft, wollte sich - zumindest in diesem Plenum - zur Diskriminierung von Schwulen in der Kirche nicht äußern. Im Anschluss allerdings sollte es für die anwesenden Fernsehteams noch die Möglichkeit zu persönlichen Interviews geben. Gab es auch … zumindest, bis sich unser Kollege Tobias Körner bei ihm vorstellte …

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Dieter Stolte bekommt sein Fett weg

So manche diskriminierende Äußerung von Politikern oder homophoben Musikern aus aller Welt nehmen wir schon gar nicht mehr wahr. Die Meldungen rauschen an uns vorbei, weil wir es von bestimmten Personen nicht mehr anders erwarten.

Doch die Aussagen des ehemaligen ZDF-Intendanten Dieter Stolte sorgten zumindest auf Medienseiten im Netz für ein scharfes Echo. Stolte ist inzwischen Herausgeber von “Die Welt” und Berliner Morgenpost und hatte vor knapp zwei Wochen in einem Kommentar auf debatte.welt.de sein merkwürdiges Weltbild zum Besten gegeben. Er sprach über Tabubrüche vs. gesellschaftliche Normen und verglich dabei das Bekenntnis zur Homosexualität mit einem Werteverfall durch Drogenkonsum und Steuerhinterziehung. So kannte man den “netten” Medienmacher noch gar nicht.

In zahlreichen Kommentaren unter seinem Artikel und z.B. bei queer.de brachten die Leser ihren Unmut zum Ausdruck.

Wie seht ihr das: Neigt ihr eher zum Protest oder ignoriert ihr den verbitterten Mann einfach?

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Interview mit Jan vom “Studio 3″-Podcast

Studio 3

Studio 3 - schwul dabei” ist ein Podcast, auf den ich vor einigen Wochen aufmerksam wurde. Nachdem ich mehrere aktuelle Folgen angehört und auch etwas im Archiv gestöbert hatte, kam mir die Idee zu diesem Interview. Mir gefiel die Themenauswahl und der trockene Humor. Jan Ranft aus Saarbrücken ist der Macher des Podcasts und war sofort bereit für ein paar Fragen. Damit bekommt ihr im TIMM-Blog einen exklusiven Einblick in sein Projekt.

TIMM: Hallo Jan! Wie kamst du auf die Idee zu diesem Podcast? Was war deine Motivation?
Jan: Da muss ich etwas weiter ausholen. Die Vorgeschichte begann, als ich etwa 10 Jahre alt war und mit meiner Cousine zusammen Radio gespielt habe. Mit Musik, wir als Moderatoren, Studiogäste, Call-in-Teilnehmer in verteilten Rollen. Die Idee entstand aus unserer Faszination am Thema Radio und wir beschäftigten uns drei bis fünf Jahre damit.
Ich strebte dann auch eine Ausbildung im kreativen Bereich an und landete in den Printmedien, als Mediendesigner. Über einen Apple-Club bei GayRomeo kam ich irgendwann zum Podcast. Ich lieferte zunächst Beiträge für den “Pöse Puben“-Podcast aus Frankfurt am Main. Später entschied ich mich jedoch dazu, mein eigenes Projekt zu machen. Aufgrund der technischen Hürden war die Hemmschwelle für mich zwar erst mal ziemlich groß, aber durch einen passenden Podcasting-Hoster wurde ich von einigen technischen Aufgaben befreit. “Studio 3″ existiert in dieser Form seit Januar 2007 und zu meiner Motivation gehörte auch immer, möglichst viele Leute damit erreichen zu wollen.

TIMM: Wie kam es zum Titel “Studio 3″?
Jan: Meine Cousine hatte damals in der Kindheit für ihre Moderationen das Motto “Studio 4 ist wieder hier” erfunden. Und ich leitete für mich “Studio 3 ist mit dabei” ab. In meinem Podcast wurde daraus dann “Studio 3 - schwul dabei”. Damit wird schneller klar, dass sich der Podcast um schwule Themen dreht und als Nebeneffekt steigt auch das Ranking in den iTunes-Charts, weil der Titel neugierig macht.
Die Auswahl der Titel zu den einzelnen Folgen ist mir ebenfalls sehr wichtig, um Spannung zu erzeugen.

TIMM: Sind die Themen aus deinem Leben gegriffen oder ergeben sie sich aus Hörerwünschen?
Jan: Vor dem Start von “Studio 3″ habe ich ein Brainstorming zu schwulen Themen gemacht. Ich kenne die Schwulenszene seit 13 bis 14 Jahren und habe aufgeschrieben, was mich stört oder welche Kontraste im Vergleich zur Heterowelt bestehen. Daraus wurde eine Liste mit etwa 50 Themen, die auch immer wieder durch spontane Ideen ergänzt wird.
Es gab auch schon Wünsche von Hörern, wie etwa “besoffene Jungs” oder eine Folge auf Saarländisch à la Heinz Becker … und Anfragen aus meinem Bekanntenkreis, wie “schwule Fußballfans” oder Hochzeiten.

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